1. Navigation
  2. Inhalt
  3. Herausgeber
Inhalt

Handlungsfelder

Die Allianzpartner werden gemeinsam unter Berücksichtigung von insgesamt geringer werdenden finanziellen Ressourcen alle Möglichkeiten prüfen, wie die Chancen zur Integration von Menschen mit Behinderungen auf dem Arbeitsmarkt erhöht werden können. Die Effizienz und Nachhaltigkeit der Nutzung der Mittel der Ausgleichsabgabe sowie der Förderungen nach den Sozialgesetzbüchern II, III und XII sind zu gewährleisten.

Die Potentiale von Menschen mit Behinderungen vermitteln

Grundlegend für eine offene, tolerante und demokratische Gesellschaft ist die Anerkennung der Verschiedenheit der Menschen. Wie wir alle verfügen auch Menschen mit Behinderungen über spezifische Fähigkeiten und Fertigkeiten. Der Öffentlichkeit und den Arbeitgebern die Fähigkeiten und Fertigkeiten von Menschen mit Behinderungen in der Arbeitswelt zu vermitteln, ist Voraussetzung für eine gleichberechtigte Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsleben.
In der Öffentlichkeit herrscht vielfach ein defizitorientiertes Bild von Menschen mit Behinderungen. Einschränkungen für Menschen mit Behinderungen resultieren dabei vielfach aus einer nicht behinderungsgerechten Umwelt. Diese Barrieren abzubauen und ein positives Bewusstsein für die Belange von Menschen mit Behinderungen in der Öffentlichkeit schärfen, ist eine zentrale Aufgabe der Allianz Arbeit + Behinderung.

Duale Berufsausbildung für Menschen mit Behinderungen stärken

Eine gute Ausbildung ist die beste Beschäftigungsförderung. Dies gilt für Menschen mit und ohne Behinderungen gleichermaßen. Die Berufsausbildung vermittelt die für die Ausübung einer qualifizierten beruflichen Tätigkeit in einer sich wandelnden Arbeitswelt notwendigen beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten. Aus der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) resultiert, dass Menschen mit Behinderungen der gleichberechtigte Zugang, zu betrieblicher, schulischer und außerbetrieblicher Ausbildung zu ermöglichen ist. Dabei soll für Menschen mit Behinderungen ebenso der Grundsatz gelten, dass eine möglichst hochwertige berufliche Ausbildung anzustreben ist. Behinderungsbedingte Einschränkungen dürfen deshalb nicht zu einem Ausschluss von geeigneten Maßnahmen der Berufsbildung führen. Inklusion in der Ausbildung ist dann realisiert, wenn Menschen mit Behinderungen ein gleichberechtigter Zugang zur Ausbildung ermöglicht wird. Der dualen Berufsausbildung kommt dabei ein besonderer Stellenwert zu: Inklusion bedeutet deshalb auch, dass Menschen mit Behinderungen gleichberechtigt Zugang zu betrieblichen Ausbildungsstätten haben.

Die duale Berufsausbildung junger Menschen mit Behinderungen zu stärken, ist ein wichtiges Ziel der Allianz Arbeit + Behinderung. Der Landesausschuss für Berufsbildung (LAB) hat Empfehlungen zur »Inklusion in der dualen Berufsausbildung« verabschiedet, die auch konkrete Empfehlungen für die Ausbildung junger Menschen mit Behinderungen in den sogenannten Fachpraktikerberufen beinhalten. Betriebe, die jungen Menschen mit Behinderungen duale Ausbildungen ermöglichen, unterstützen die Partner der Allianz Arbeit + Behinderung auch mit Förderprogrammen wie der Initiative Inklusion und dem Sächsischen Arbeitsmarktprogramm.

Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt

Mögliche Maßnahmen um dieses Ziel zu erreichen, könnten sein:

  • Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) in der Breite etablieren, Projekte zur betrieblichen Prävention für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) installieren und absichern
  • Information über unterstützende Leistungen für Beschäftigte und Arbeitgeber verbessern, die Schulungs- und Aufklärungsarbeit des Integrationsamtes anpassen
  • Erprobung vereinfachter Kooperationsstrukturen und Abbau von Bürokratie durch Modellprojekt zur Zentralisierung des Beratungs- und Unterstützungsangebotes für Arbeitgeber und Arbeitnehmer (zum Beispiel Projekt »support«)
  • Offensive Öffentlichkeitsarbeit und Medienbeteiligung organisieren
  • Beschäftigung in Integrationsprojekten fördern

Übergang aus der Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) auf allgemeinen Arbeitsmarkt fördern

Über 16.500 Menschen sind in Werkstätten für Menschen mit Behinderungen (WfbM) beschäftigt. ÜBergänge aus der WfbM auf den allgemeinen Arbeitsmarkt sind sehr gering. Die Allianz Arbeit + Behinderung hat sich deshalb in ihrer Grundsatzerklärung vom 3. Dezember 2010 das Ziel gesetzt, mehr Übergänge aus einer Beschäftigung in Werkstätten für behinderte Menschen in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu unterstützen. Hierzu hat der Ausschuss Arbeit + Behinderung am 5. November 2013 konzeptionelle Empfehlungen für die Teilhabe von Werkstattbeschäftigten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt verabschiedet. Diese Empfehlungen basieren auf einer aktuellen Bestandsaufnahme. Anhand guter Beispiele in und außerhalb Sachsens wurden sechs Handlungsempfehlungen entwickelt, die darauf abzielen, die Akteure künftig besser zu verknüpfen, Reibungsverluste an den Schnittstellen zu reduzieren und an den Schnittstellen Zuständigkeiten zu klären.

Übergang Schule auf den allgemeinen Arbeitsmarkt fördern

Für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf gestaltet sich der Übergang von der Schule in die Arbeitswelt oft besonders schwierig. Dies gilt insbesondere auch für den Förderschwerpunkt geistige Entwicklung. Die Werkstatt für behinderte Menschen ist nur ein Angebot zur Teilhabe am Arbeitsleben. Eine maßgeschneiderte Unterstützung kann dazu beitragen, eine passende Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu finden.

Die Landesarbeitsgemeinschaft Sozialplanung hat in Kooperation der Sächsischen Staatsministerien für Kultus sowie Soziales und Verbraucherschutz, mit der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit, dem Sächsischen Städte- und Gemeindetag sowie dem Sächsischen Landkreistag, mit dem Kommunalen Sozialverband (KSV), mit der LIGA der freien Wohlfahrtspflege, der Landesarbeitsgemeinschaft Integrationsfachdienste und der Sächsischen Bildungsagentur eine Handlungsempfehlung zu diesem Thema verabschiedet. Demnach sollen die Schüler in den beiden letzten Schuljahren ergänzend zu den schulischen Angeboten durch Praktika und weitgefächerte Unterstützung zu einer optimierten Entscheidung bei der Berufswahl geführt werden. Diese Begleitung soll über die Schnittstelle der Schulentlassung hinweg auch noch im ersten Jahr im Ausbildungs- beziehungsweise im Arbeitsleben erfolgen.

Die ausführliche Handlungsempfehlung wird ergänzt durch eine Kurzfassung und einen Flyer in einfacher Sprache.

Die praktische Umsetzung der Handlungsempfehlungen erfolgt mit dem Projekt Initiative Inklusion - ergänzende Maßnahmen der Berufsorientierung für schwerbehinderte Schülerinnen und Schüler.