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Das Gedenken am Volkstrauertag

Der Volkstrauertag, ein Tag des Gedenkens und Erinnerns, wurde in Deutschland 1919 eingeführt und wird in der Bundesrepublik seit 1952 immer zwei Wochen vor dem ersten Advent begangen. Alle öffentlichen Gebäude werden auf Halbmast geflaggt.

Der Volkstrauertag ist ein bundesweiter Gedenktag, an dem der Opfer von Krieg, Gewaltherrschaft, »Holocaust« und Vertreibung gedacht wird. In der zentralen Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag spricht der Bundespräsident das traditionelle Totengedenken im Plenarsaal des Deutschen Bundestages.

Rede von Bundespräsident Joachim Gauck am 18. November 2012

»Wir denken heute an die Opfer von Gewalt und Krieg, an Kinder, Frauen und Männer aller Völker.

Wir gedenken der Soldaten, die in den Weltkriegen starben, der Menschen, die durch Kriegshandlungen oder danach in Gefangenschaft, als Vertriebene und Flüchtlinge ihr Leben verloren.

Wir gedenken derer, die verfolgt und getötet wurden, weil sie einem anderen Volk angehörten, einer anderen Rasse zugerechnet wurden, Teil einer Minderheit waren oder deren Leben wegen einer Krankheit oder Behinderung als lebensunwert bezeichnet wurde.

Wir gedenken derer, die ums Leben kamen, weil sie Widerstand gegen Gewaltherrschaft geleistet haben, und derer, die den Tod fanden, weil sie an ihrer Überzeugung oder an ihrem Glauben festhielten.

Wir trauern um die Opfer der Kriege und Bürgerkriege unserer Tage, um die Opfer von Terrorismus und politischer Verfolgung, um die Bundeswehrsoldatinnen und -soldaten und anderen Einsatzkräfte, die im Auslandseinsatz ihr Leben verloren.

Wir gedenken heute auch derer, die bei uns durch Hass und Gewalt gegen Fremde und Schwache Opfer geworden sind.

Wir trauern mit allen, die Leid tragen um die Toten, und teilen ihren Schmerz.

Aber unser Leben steht im Zeichen der Hoffnung auf Versöhnung unter den Menschen und Völkern und unsere Verantwortung gilt dem Frieden unter den Menschen zu Hause und in der ganzen Welt.«

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