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Das Strafrechtliche Rehabilitierungsgesetz (StrRehaG)

Strafrechtliche Rehabilitierung

Das Rehabilitierungsverfahren nach dem Strafrechtlichen Rehabilitierungsgesetz (StrRehaG) dient dazu, politisch motivierte Verurteilungen auf dem Gebiet der ehemaligen DDR aus der Zeit zwischen dem 8. Mai 1945 und dem 2. Oktober 1990 aufzuheben. In Betracht kommen Entscheidungen, die der politischen Verfolgung dienten, aber auch Urteile, die eine aus politischen Gründen unangemessen hohe Sanktion vorsahen. Außerdem können gerichtliche oder behördliche Entscheidungen über willkürliche und politisch motivierte Freiheitsentziehungen, rechtswidrige Freiheitsbeschränkungen wie zum Beispiel Leben unter haftähnlichen Bedingungen oder Zwangsarbeit sowie rechtsstaatswidrige Einweisungen in psychiatrische Anstalten oder Heime für Kinder und Jugendliche Gegenstand eines Rehabilitierungsverfahrens sein.

Aufgrund einer positiven Rehabilitierungsentscheidung können Verurteilungen aus dem Bundeszentralregister entfernt werden, bezahlte Geldstrafen oder Gerichtskosten erstattet werden sowie eingezogene Vermögenswerte zurückgegeben oder entschädigt werden. Durch die Rehabilitierung werden außerdem Ansprüche auf soziale Ausgleichsleistungen (Kapitalentschädigung, Unterstützungsleistung, besondere Zuwendung für Haftopfer sowie Beschädigten- und Hinterbliebenenversorgung) begründet.

Die Strafrechtliche Rehabilitierung ist ein vereinfachtes Wiederaufnahmeverfahren, das sich im Wesentlichen nach dem Gerichtsverfassungsgesetz und der Strafprozessordnung richtet, soweit das StrRehaG keine abweichenden Regelungen trifft. Die erforderlichen Tatsachen sind von Amts wegen zu ermitteln. Die Entscheidung des Gerichts über den Rehabilitierungsantrag ergeht durch Beschluss, in der Regel ohne vorherige mündliche Erörterung. Gegen den die Rehabilitierung versagenden Beschluss kann Beschwerde beim Oberlandesgericht eingelegt werden.

Leistungen nach dem StrRehaG

Die Rehabilitierung begründet einen Anspruch auf soziale Ausgleichsleistungen für Nachteile, die durch eine rechtsstaatswidrige Freiheitsentziehung entstanden sind. Auf Antrag können Betroffene Kapitalentschädigung, eine sogenannte Opferrente (besondere Zuwendung für Haftopfer), Unterstützungs- und/oder Versorgungsleistungen erhalten.

Kapitalentschädigung
Für jeden angefangenen Kalendermonat einer rechtsstaatswidrigen Freiheitsentziehung wird eine Kapitalentschädigung in Höhe von 306,78 Euro gewährt. Entsprechende Anträge können bis zum 31.12.2019 gestellt werden. Kapitalentschädigungen, die aufgrund desselben Sachverhaltes nach anderen Gesetzen, zum Beispiel dem Häftlingshilfegesetz gewährt wurden, sind auf die Kapitalentschädigung nach dem StrRehaG anzurechnen.

Besondere Zuwendung für Haftopfer (sogenannte Opferrente/Opferpension)
Betroffene, die in ihrer wirtschaftlichen Lage besonders beeinträchtigt sind, erhalten monatlich eine besondere Zuwendung für Haftopfer in Höhe von bis zu 300 Euro (seit 01.01.2015), wenn sie eine rechtsstaatswidrige Freiheitsentziehung von mindestens 180 Tagen erlitten haben und ihr Einkommen bestimmte Einkommensgrenzen nicht übersteigt. Der Anspruch ist unpfändbar, nicht übertragbar und nicht vererbbar.

Personen, gegen die eine Freiheitsstrafe von mindestens drei Jahren wegen einer vorsätzlichen Straftat rechtskräftig verhängt worden ist, haben keinen Anspruch auf Opferrente, sofern die Entscheidung in einer Auskunft aus dem Zentralregister enthalten ist.

Unterstützungsleistungen
In ihrer wirtschaftlichen Lage besonders beeinträchtigte Betroffene können Unterstützungsleistungen erhalten, wenn diese eine insgesamt weniger als 180 Tage dauernde Freiheitsentziehung erleiden mussten. Anträge sind an die Stiftung für ehemalige politische Häftlinge zu richten, deren Stiftungsrat Richtlinien über die Voraussetzungen und die Höhe der Unterstützungsleistungen beschlossen hat.

Versorgungsleistungen
Betroffene, die infolge der Freiheitsentziehung eine gesundheitliche Schädigung erlitten haben, erhalten wegen der gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen dieser Schädigung Versorgungsleistungen in entsprechender Anwendung des Bundesversorgungsgesetzes (BVG). Ist der Betroffene an den Folgen der Schädigung gestorben, erhalten die Hinterbliebenen Versorgungsleistungen nach Maßgabe des BVG.

Versagungsgründe
Soziale Ausgleichsleistungen werden nicht gewährt, wenn der Berechtigte oder derjenige, von dem sich die Berechtigung ableitet, gegen die Grundsätze der Menschlichkeit oder Rechtsstaatlichkeit verstoßen hat oder in schwerwiegendem Maße seine Stellung zum eigenen Vorteil oder zum Nachteil anderer missbraucht hat.

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